← Blog26. Mai 20235 Min. LesezeitRedaktionDEUAENRU
Für Unternehmen
Stundensatz eines Personaldienstleisters: So setzt er sich zusammen
Ein Personaldienstleister nennt dir einen Stundensatz, der deutlich über dem Lohn der Mitarbeiter liegt. Das ist normal. Hier siehst du, aus welchen Bausteinen sich der Satz zusammensetzt und worauf du beim Vergleich achten solltest.
Vom Lohn zum Verrechnungssatz
Der Stundenlohn ist nur der Anfang. Auf den Bruttolohn kommen Arbeitgeberkosten, die der Dienstleister tragen muss, egal ob die Person gerade bei dir arbeitet oder nicht. Der Satz, den du zahlst, deckt alle diese Bausteine.
Die wichtigsten Bausteine
- Bruttolohn: mindestens der gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro, oft mehr, je nach Branche und Qualifikation.
- Arbeitgeberanteile: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung machen zusammen rund 20 Prozent des Bruttolohns aus. Dazu kommen Umlagen und der Beitrag zur Berufsgenossenschaft.
- Ausfallzeiten: Urlaub, Feiertage und Krankheit werden bezahlt, ohne dass gearbeitet wird. Diese Kosten müssen auf die produktiven Stunden umgelegt werden.
- Zusatzkosten: je nach Einsatz Unterkunft, Fahrten, Arbeitskleidung und Zuschläge.
- Verwaltung und Risiko: Lohnabrechnung, Verträge, Versicherungen, Haftung und Rekrutierung.
- Marge: der Gewinn, der das Unternehmen trägt.
Beispielrechnung zur Veranschaulichung
Angenommen, der Bruttolohn beträgt 13 Euro. Rund 21 Prozent Arbeitgeberanteile ergeben etwa 2,70 Euro, zusammen knapp 15,70 Euro. Werden Ausfallzeiten mit rund 15 Prozent berücksichtigt, steigen die Kosten pro produktiver Stunde auf etwa 18 Euro. Verwaltung, Risiko und Marge kommen darauf. Die Zahlen sind ein Beispiel, die tatsächlichen Werte unterscheiden sich je nach Fall.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
- Sind Unterkunft, Fahrten und Arbeitskleidung im Satz enthalten oder separat?
- Gibt es Zuschläge für Nacht, Sonntag und Feiertage?
- Wie lange gilt der Satz, und ab wann greift Equal Pay? Mehr dazu in Höchstdauer und Equal Pay.
- Ein auffällig niedriger Satz kann ein Warnzeichen für Lohndumping oder Schwarzarbeit sein. Prüfe den Partner, wie im Beitrag zur Personalauswahl beschrieben.
Checkliste für das Angebot
- Welche Kosten sind im Stundensatz enthalten?
- Welcher Mindestlohn und welche Zuschläge gelten?
- Wie werden Stunden nachgewiesen?
- Welche Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist gibt es?
- Welche Nachweise zu Erlaubnis, Versicherung und Sozialabgaben liegen vor?
Häufige Fragen
Warum ist der Stundensatz höher als der Lohn?
Er enthält Sozialabgaben, bezahlte Ausfallzeiten, Zusatzkosten, Verwaltung, Risiko und die Marge des Dienstleisters.
Wie viel machen die Arbeitgeberanteile aus?
Rund 20 Prozent des Bruttolohns für die Sozialversicherung, zuzüglich Umlagen und Berufsgenossenschaft.
Ist ein niedriger Stundensatz ein gutes Zeichen?
Nicht unbedingt. Sehr niedrige Sätze können auf Verstöße gegen Mindestlohn oder Abgabenpflichten hindeuten. Prüfe Nachweise.
Was kann den Satz senken?
Längere Einsätze, bessere Planbarkeit, weniger Zusatzleistungen und größere Mengen können zu günstigeren Konditionen führen.

