← Blog28. April 20235 Min. LesezeitRedaktionDEUAENRU
Für Unternehmen
Housekeeping auslagern: Wann es sich für Hotels lohnt
Zur Hauptsaison fehlen Zimmermädchen und Reinigungskräfte. Viele Hotels fragen sich, ob sie das Housekeeping ganz oder teilweise auslagern sollten. Wir zeigen, worauf es ankommt.
Was Auslagern bedeutet
Beim Auslagern übernimmt ein externer Dienstleister die Zimmerreinigung oder einen Teil davon. Das kann die komplette Abwicklung der Zimmer sein oder nur Spitzen in der Saison. Der Dienstleister organisiert sein Personal selbst. Du beschreibst die Leistung und prüfst das Ergebnis.
Vorteile
- Planbare Kapazität auch bei Krankheit und Saisonspitzen.
- Weniger Aufwand bei Personalsuche, Einarbeitung und Verwaltung.
- Klar kalkulierbare Kosten pro Zimmer oder pro Leistungseinheit.
- Du konzentrierst dich auf Gäste und Service.
Risiken
- Qualität hängt vom Dienstleister ab. Definiere Standards schriftlich.
- Fehlender Hausinformationsfluss: Zimmerwechsel und Sonderwünsche müssen sauber kommuniziert werden.
- Rechtsrisiko, wenn der Vertrag nur auf dem Papier ein Werkvertrag ist. Gibst du dem fremden Personal direkt Anweisungen, kann es sich um verdeckte Arbeitnehmerüberlassung handeln. Eine Checkliste zum Scheinwerkvertrag hilft dir bei der Prüfung.
- Haftung für den Mindestlohn des Dienstleisters, siehe Haftung beim Werkvertrag.
Das passende Vertragsmodell
Beim Werkvertrag schuldest du dem Dienstleister keine Weisungen, sondern vereinbarst ein Ergebnis: gereinigte Zimmer nach definiertem Standard. Typisch ist die Vergütung pro gereinigtem Zimmer. Der Dienstleister steuert seine Leute selbst. Alternativ kannst du Personal per Arbeitnehmerüberlassung einsetzen. Dann bestimmst du die Arbeit, brauchst aber eine Verleiherlaubnis und musst die Regeln zu Höchstdauer und Equal Pay beachten.
Qualität sichern
Lege einen Standard fest: Reinigungsschritte, Checkliste pro Zimmertyp, Bettwäsche, Bad, Minibar. Vereinbare Stichproben und eine Abnahme durch deine Hausdame. Mehr zur Bedeutung der Sauberkeit für Bewertungen liest du im Beitrag zu Housekeeping und Gästebewertungen.
Kennzahlen im Blick
- Zeit pro Zimmer, je nach Zimmertyp und Belegung unterschiedlich.
- Anzahl der Beanstandungen pro Woche.
- Kosten pro belegtem Zimmer.
- Bewertungen zur Sauberkeit.
Vor der Entscheidung
- Bedarf nach Zimmerzahl und Saison ermitteln.
- Leistung und Standards beschreiben.
- Vertragsmodell rechtlich prüfen.
- Mindestlohn, Versicherung und Nachweise des Dienstleisters verlangen.
- Einen Probezeitraum vereinbaren.
Häufige Fragen
Wann lohnt sich das Auslagern?
Wenn du starke Schwankungen im Bedarf hast, Personal schwer findest oder Verwaltungsaufwand sparen willst.
Wie rechne ich die Kosten?
Meist pro gereinigtem Zimmer oder pro Zimmertyp. Vergleiche das mit deinen Vollkosten für eigenes Personal inklusive Ausfallzeiten.
Darf ich den Mitarbeitern des Dienstleisters Anweisungen geben?
Beim echten Werkvertrag nicht direkt. Anweisungen laufen über die Führungskraft des Dienstleisters, sonst droht verdeckte Arbeitnehmerüberlassung.
Was gilt beim Mindestlohn?
Es gilt der gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro. Als Auftraggeber haftest du dafür mit.

